18. November 2010: Finsterwalder spenden 1900 Liter Blut
Mit 3725 Einzelspenden gehören die Menschen in der Region um Finsterwalde zu den eifrigsten Spendern in Brandenburg. Die Besten wurden nun vom DRK ausgezeichnet.
»Ohne sie könnten wir unsere Arbeit nicht machen«, sagt Elke Obst. Die Anästhesistin und Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Herzberg weiß, wovon sie spricht. Sie steht Tag für Tag in der Notaufnahme des Elbe-Elster-Klinikums in Herzberg. »Da es noch kein künstlich hergestelltes Blut gibt, sind wir auf Nachschub angewiesen«, sagt Obst.
Zusammen mit weiteren Vertretern des DRK-Kreisverbandes zeichnete Obst 29 Blutspender kürzlich in Radik's Brauhaus in Finsterwalde aus. Viele der Freiwilligen spenden schon seit mehreren Jahrzehnten Blut. Viele von ihnen bereits über 50-mal, die besten sogar über 75-mal.
Das DRK stellt jedes Jahr rund 3,8 Millionen Vollblutspenden für die Versorgung der Kliniken in Deutschland zur Verfügung. Damit deckt das DRK nach eigenen Angaben 75 Prozent der Blutversorgung.
In Finsterwalde und der näheren Umgebung gibt es laut DRK Kreisverband Elbe-Elster-Nord 3566 regelmäßige Spender. Das sind 215 mehr als im Vorjahr. »Im Landkreis Elbe-Elster haben die Menschen im Vergleich zu anderen Regionen in Brandenburg sehr viel Blut gespendet«, erklärt Obst.
Sie rechne damit, dass der Kreisverband bis zum Jahresende in Finsterwalde und Umgebung 3725 Einzelspenden verzeichnen wird. Das entspricht einer Gesamtmenge von knapp 1900 Litern Blut. »Mit diesem Ergebnis sind wir sehr zufrieden«, so Obst.
Zu den fleißigen Spendern gehört unter anderem Herbert Schubert aus Finsterwalde. Der 68-Jährige spendet nach eigenen Angaben bereits seit Ende der 1960-Jahre regelmäßig Blut. Damals habe es einen Aufruf in seinem Betrieb, der Fimag Finsterwalde, gegeben. »Danach bin ich immer wieder gegangen«, sagt Schubert. Mittlerweile hat er seine 75. Spende hinter sich gebracht. Damit gehört der aktive Sportler und ehemalige Ingenieur zu den eifrigsten Spendern im Landkreis Elbe-Elster. »Ich gehe, bis ich nicht mehr kann«, sagt er weiter.
Das hat auch Bernd Bremer aus Doberlug-Kirchhain vor. Der 67-Jährige ist ebenfalls Freizeitsportler. Erst Anfang Oktober dieses Jahres hat Bremer am Brocken-Marathon teilgenommen. »Ich möchte etwas für die Allgemeinheit tun«, sagt er. Wenn es Gesundheit und Fitness zulassen, geht Bremer viermal im Jahr spenden. Auch ihm wurde bereits 75-mal der rote Körpersaft abgenommen. Auch Bremer kann sich noch an seinen ersten Termin erinnern. Damals, Anfang der 1960-Jahre, habe es in seiner Schule einen Aufruf gegeben. »Da sind wir natürlich hingerannt«, erinnert er sich. Netter Nebeneffekt: Wer spenden ging, war für ein paar Stunden vom Schulalltag befreit.
Das ist auch heute noch so, weiß Elke Bolze zu berichten. Die Lehrerin unterrichtet Mathe und Englisch am Oberstufenzentrum in Finsterwalde. Auch sie geht viermal im Jahr spenden. Einer dieser Termine findet meistens im Oberstufenzentrum statt. »Da kann ich dann gemeinsam mit meinen Schülern gehen«, sagt Bolze. Ein besonderer Erfolg sei es für sie, wenn ihre Schüler auch ohne die Aussicht auf ein paar freie Unterrichtsstunden Blut spenden würden.
Das DRK hat eine kostenlose Hotline zum Thema Blutspende geschaltet: 0800 1194911.
Blutspender müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Das Höchstalter für eine Spende liegt derzeit bei 71 Jahren. »Voraussetzung ist, dass der Spender gesund und körperlich fit ist«, erklärt Kerstin Schweiger vom DRK-Blutspendedienst Ost. Die Eignung der Spender werde tagesaktuell bei ärztlichen Voruntersuchungen geprüft, so Schweiger weiter. Wer zum Beispiel im Ausland war, darf sechs Wochen kein Blut spenden. Das gelte besonders für Länder im tropischen Raum. Problematisch sind außerdem Tätowierungen, frisch gestochene Piercings und häufig wechselnde Sexualkontakte, da zum Beispiel HIV erst mehrere Wochen nach der Infektion im Blut nachgewiesen werden kann.
Gesunde Männer dürfen bis zu sechs Mal innerhalb eines Jahres Blut spenden, Frauen bis zu vier Mal innerhalb von zwölf Monaten. Zwischen zwei Spenden müssen acht Wochen liegen. Wer spenden will, muss mindestens 50 Kilogramm wiegen.
»Das gespendete Blut wird dringend benötigt, um die medizinische Grundversorgung sicherzustellen«, sagt Schweiger. Die Blutkonserven werden bei der Behandlung von Krebspatienten und für die Versorgung bei Operationen verwendet. Auch für die Versorgung von Schwerstverletzten werden die Konserven verwendet.
Foto und Text:
Lausitzer Rundschau


