22. November 2010: Prädikat Vielfalt
Unter diesem Motto steht die neue Kampagne des Jugendrotkreuzes in Deutschland. Auch das Jugendrotkreuz des Kreisverbandes Elbe-Elster-Nord e.V. verkörpert diesen Gedanken. So auch beim diesjährigen Landesforum vom 19.11. bis 21.11.2010 in Bollmannsruh (bei Brandenburg an der Havel). Dort hatten Jugendliche im Alter von 14 bis 27 Jahren die Möglichkeit sich mit verschiedensten Themen zu beschäftigen. Das Angebot der 6 stündigen Workshops reichte von der Organisation des Kindercamps und des Landeswettbewerbs 2011, über das Ausleben der kreativen Ideen im Workshop „Kreative Geschenke selbst Gemacht“, sowie das Tanzbein schwingen, um auch als Jugendlicher in Gesellschaftstänzen ein gutes Bild abzugeben. Das Jugendrotkreuz unseres Kreisverbandes beschäftige sich in den Workshops „Mit allen Sinnen leben und den Genuss des Lebens spüren“ und „ Gegen das Vergessen-aus der Geschichte lernen…Zeitzeugen im Gespräch“.
„Mit allen Sinnen leben und den Genuss des Lebens spüren“
Mal ehrlich, wer überlegt sich denn wirklich, was er isst oder so den ganzen Tag treibt?
Müsste man nicht bewusster leben, weniger rauchen, weniger trinken und sich mehr um sich selbst kümmern? Ehrlich gesagt: „Ja“! – aber wie soll das gehen? Zum Beispiel mit:
• Entspannung
• Bewegung in der Natur
• Meditation
• Gesunder Ernährung
• Bewusster Körperhaltung
…quasi mit einem Rundumpaket zum Wohlfühlen und zur besseren Meisterung des Alltags.
Für eine gesunde Lebensweise ist nicht nur gesunde Ernährung wichtig, sondern auch die Körperhaltung im Alltag. Über diese beiden Themen unterhielten wir uns anfangs und führten einige Übungen durch. Danach gingen wir in den Wald, lernten unsere 5 Sinne bewusst wahrzunehmen. Den Nachmittag begannen wir mit ein paar Übungen Joga, um unser inneres Gleichgewicht zu finden. Anschließend lernten wir einige Anwendungen der Massage, welche wir auch gleich an uns gegenseitig anwenden durften. Dann lernten wir für bestimmte Situationen, zum Beispiel bei der Arbeit, nach stressigen Tagen, wie man bestimmte Muskeln entspannen kann. Da führten wir eine Muskelentspannungsübung durch. Im Großen und Ganzen haben wir bei diesem Workshop viel gelernt und können viel in unseren Alltag mitnehmen.
„Gegen das Vergessen- aus der Geschichte lernen…Zeitzeugen im Gespräch“
Sie waren jung und wollten ihre Träume leben. Dabei stießen viele Jugendliche in der DDR immer wieder an die Grenzen des politischen Systems. In das Visier der Staatssicherheit geraten, wurden sie operativ bearbeitet, in Gefängnisse gebracht und von Gerichten der DDR-Justiz zu Haftstrafen verurteilt. Heute sind sie bereit, über ihre Erfahrungen zu berichten.
Eingeladen waren:
- Frau Ottmann - anerkannte verfolgte Schülerin der DDR (Verhinderung von Ausbildung und Studium, Inhaftierung wegen Beihilfe zur Republikflucht.
- Herr Richter- anerkanntes Opfer des staatlichen Doping-programmes von Minderjährigen in der DDR und Inhaftierung wegen versuchter Republikflucht.
Wir hörten den beiden geladenen Gästen aufmerksam zu und konnten Ihnen Fragen stellen. Man merkte, dass es nicht leicht ist über so eine schwere Vergangenheit zu sprechen, aber die beiden beantworteten uns selbst ganz persönliche Fragen. Der Geschichtsunterricht vermittelt die Daten und Fakten der Historie. Aber die Gefühle und Emotionen kann nur jemand vermitteln, der dabei war. Die sehr emotionalen, persönlichen Schicksale wurden uns sehr beeindruckend nahe gebracht und lies uns die Geschichte einmal anders verstehen.
Am Freitag nach der Anreise und dem Bezug der Bungalows Eröffnete die neu gewählte Landesleitung des Jugendrotkreuz Brandenburg die Veranstaltung. Sie verkündete, dass wegen der leider geringen Teilnehmerzahl in diesem Jahr einige Workshops mangels Interesse ausfielen. Am Samstag fing der Tag um 07:00 Uhr an. Nachdem Frühstück trafen wir uns in den ausgesuchten Workshops. Mit einigen Unterbrechungen, in denen sich alle Teilnehmer über ihre Taten austauschen konnten, lernten wir bis in die Abendstunden viele nützliche Dinge. Den Abend ließen wir bei der Abendveranstaltung mit Disco und im gemütlichen Beisammensein ausklingen. Am Sonntag präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse im großen Rahmen. Danach ging es leider wieder zur wehmütigen Abschiedsrunde mit vielen Umarmungen.
An diesem gelungenen Wochenende konnten wir neue Freunde kennenlernen und alte Freunde aus dem ganzen Brandenburger Land wiedertreffen. Wir freuen uns schon auf die nächste JRK Veranstaltung.
Christopher Pöhle
-Kreis-JRK-Leiter-


